
Waiting
for the Barbarians
(Warten auf die Barbaren)
Philip Glass
Oper
in zwei Akten nach dem gleichnamigen Roman
von J.M. Coetzee (1980)
Text von Christopher Hampton
Uraufführung:
10.09.2005
Musikalische
Leitung Dennis Russell Davies
Regie Guy Montavon
Bühne Georg Tsypin
Kostüme Hank Irwin Kittel
Die
Hauptfigur - der "Magistrat" - ist der loyaler Diener seines Staates,
der die Amtsgeschäfte eines kleinen Garnisonsortes im Grenzdistrikt gewissenhaft
führt, ohne sich von dem drohenden Krieg mit den so genannten Barbaren,
einem benachbarten Nomadenstamm, beirren
zu lassen. Als jedoch eine Spezialeinheit der Staatssicherheit eintrifft,
um die Gerüchte zu untermauern, dass die Barbaren zum Angriff rüsten,
wird er Zeuge der grausamen und ungesetzlichen Behandlung von Kriegsgefangenen.
Die durch Folter erpressten Aussagen gefangener Barbaren liefern den "Beweis"
für die Notwendigkeit des geplanten Feldzugs gegen den vermeintlichen
Feind.
Vom Mitleid mit den Opfern aufgerüttelt, will der "Magistrat"
ein Zeichen setzen. Er sucht sich einen letzten Rest von Anstand und Würde
zu bewahren, indem er ein durch Folterung verkrüppeltes und nahezu blindes
Barbarenmädchen zu sich ins Haus nimmt, das er schließlich, als
Akt privater Wiedergutmachung, zu dessen Leuten zurückbringt. Diese Expedition
lebensbedrohlich und alle seine Kräfte fordernd, brandmarkt ihn als Verräter.
Er wird nun seinerseits Opfer von öffentlicher Demütigung und Folterung.